Gender Symposium am 12. Mai 2006
Die moderne Kartierung des menschlichen Gehirns beschreibt Bereiche, die für bestimmte Aufgaben wie Denken und Fühlen zuständig sind. Dadurch wird sowohl eine Neurophysiologie, als auch eine Neurophilosophie der Intelligenz und der Emotionalität vermittelt. Gerade die Geschlechterperspektive spielt bei dieser Bereichsaufteilung eine große Rolle: Inwieweit sind bestimmte Formen der Intelligenz, wie etwa die sog. Emotionale Intelligenz, typisch für weibliche bzw. männliche Verhaltens- und Erscheinungsweisen? Und umgekehrt: Inwieweit bestimmt die kulturelle und biologische Zuschreibung von ‚Geschlecht’ (die Kategorien „Sex“ und „Gender“ im angelsächsischen Sprachgebrauch) die Topographie des Gehirns? Die Neurowissenschaften unter Genderaspekten zu beleuchten ermöglicht auch, nach Herrschaftsverhältnissen zu fragen: Werden bestimmte Formen von Intelligenz als Leistungen ausgewählter „Gehirne“ ökonomisch oder sozial bevorzugt? Wie wirken sich die Zuschreibungen aus dem neurophysiologischen Bereich gesellschaftlich aus? Hinter der gesellschaftlichen Anerkennung von Eliten stecken „kluge Köpfe“ – und was man als solche definiert.
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